Der Spiegel schreibt über Star Wosch

Dass ein Moderator möglichst dreist und dröhnend sein muss,
um in den Trash-Wüsten des Privatfernsehens möglichst schnell Kultstatus zu erreichen, weiß mittlerweile fast jeder.

Leider nimmt sich der Präsentator des neuen Spaß-Produkts aus dem Hause Sat 1, Tommy Wosch,
diese Erkenntnis besonders ungeschickt zu Herzen.

Seine Interviews mit Prominenten sind so heillos unbeholfen,
dass die meisten seiner Opfer (darunter Naomi Campbell und George Clooney) das Gespräch nach zwei Sätzen abbrechen.

Auch der sonst redegewaltige Marcel Reich-Ranicki sucht bei Woschs Drohung, ein Gedicht zu rezitieren, entsetzt das Weite.

Seine Gespräche peppt Wosch mit eingeblendeten Denkblasen auf, wie sie bei MTV in Mode sind - und auf jenen Aufklebezetteln,
mit denen lustige Menschen ihre Urlaubsfotos verschönern: "Lieber Gott, hilf!" steht dann da.

Noch schlimmer sind Woschs Ausflüge in das Fach des derben Humors,
zum Beispiel wenn er einen Zahnstocher wahlweise in einen aufblasbaren Gummibusen oder in die eigene Nase steckt.
Talk-Langweiler Andreas Türck, den der trübe Tommy einen endlos langen Witz erzählen lässt,
versucht, sich und die Zuschauer mit dem Satz zu trösten: "Das kommt eh nicht rein, so viel Sendezeit habt ihr gar nicht."

Leider doch.