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Kuttner im Fernsehen
Ja, es ist wahr! Kuttner hatte wirklich mal beim ORB Sendungen, die erste hieß "Null Uhr Kuttner", welche im März des Jahres 1996 durch "Kuttner zweimal klingeln" abgelöst wurde. Nebenher wurde diese Show als "Sechserpack" in die ARD, wo er ab dem 29. März wöchentlich freitags spät abends kam, gezeigt.

Datum:   30.01.1996
Ressort:   Kultur
Autor:   ddpADN

Im März startet der ORB eine neue Kuttner-Show

Der ORB-Star Jürgen Kuttner (38) hat ab 2. März eine neue Fernsehshow. Wie der ORB mitteilte, beginnt die neue Reihe schon um 22.20 Uhr und heißt "Kuttner zweimal klingeln". Sie löst die "Null Uhr Kuttner"-Show ab. Bei der neuen Schöpfung des Kultfunkers geht es um Sprichworte, die er nicht nur mit Hilfe von prominenten Zeitgenossen auf ihre Alltagstauglichkeit testet. Auch weniger Prominente können mitmachen und sich darum bewerben, bei Kuttner zu Wort zu kommen. Neben Unterhaltung verspricht der ORB jeweils einen musikalischne Gast und Satire zum Thema. Wer anruft, brauche hohe Telefonkosten nicht zu scheuen. Kuttner ruft zurück. Die neue Sendung kommt ab 2. März jeden zweiten Samstag im ORB-Fernsehen. Daneben geht Kuttner als "Sechserpack" in die ARD, wo er ab 29. März wöchentlich freitags spät abends zu besichtigen ist.


Datum:   19.02.1996
Ressort:   Kultur
Autor:   -

" da gibt's nichts zu trainieren"

ORB-Talker Jürgen Kuttner über seine neue Telefon-Show, die Anfang März beginnt

Jürgen Kuttner ist der lebende Beweis dafür, daß man Themenvermeidung auf unterhaltsame Art praktizieren kann. Als Pionier des Talk-Radio unterhält er sich bei "Fritz" mit seinen Hörern über Wasserhähne, Elche und Insektenzucht. Beim ORB bekommt er nun eine neue Fernsehsendung: Vom 3. März an wird künftig jeden zweiten Sonntag um 21.50 Uhr "Kuttner zweimal klingeln" zu sehen sein. Daniela Pogade sprach mit dem Moderator über die neue Show.

Berliner Zeitung: Sie rufen künftig selbst die Zuschauer an, die mit Ihnen sprechen wollen. Ein Service-Angebot angesichts der neuen Telefongebühren?

Es geht eher darum, daß das mal eine andere Konstellation ist. Wer in der Sendung mit mir sprechen will, meldet sich vorher auf unserem Anrufbeantworter. Wenn ich dann zurückrufe, ist das ein Überraschungsmoment. Ich glaube, das gibt einen spannenden Zusammenstoß.

In der neuen Sendung wollen Sie mit Ihren Zuschauern über Sprichwörter plaudern?

Sprichwörter sind ein guter Punkt, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Früher nannte man sie ja leninistisch die Weisheit der Massen. Ich werde auch Prominente befragen, Leute, von denen man vermuten kann, daß sie etwas zur Sache zu sagen haben. "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" ist das Thema der ersten Sendung. Dazu haben wir einen Darsteller aus der Serie "Verbotene Liebe" eingeladen.

Was ist sonst noch neu in der neuen Show? Haben Sie sich vorgenommen, etwas besser zu machen?

Ich kann immer nur sagen, ich bin ich, da gibt's nichts zu trainieren. Ich werde sicher keine Kurse für psychologisch geschickte Gesprächsführung machen. Aber es gibt jetzt ein schickes Bühnenbild, was fürs Auge. Im Prinzip ist es die alte Sendung, nur etwas modifiziert. Die Anregung, das Ganze früher zu senden, kam vom ORB.

Jeweils sechs ORB-Sendungen werden spät nachts, um 2.25 Uhr, in der ARD wiederholt. Warum versteckt man Kuttner im Ersten?

Ich glaube, das ist einfach die Programmpolitik. Bestimmte Geschichten, die in den dritten Programmen laufen, werden erst einmal angetestet. Aber ich habe damit nichts zu tun. Ich mache mein Ding, der Rest interessiert mich nicht. Ich habe nicht vor, ein ARD-Starter zu werden.

Aber reizt es Sie nicht, auch bundesweit in Erscheinung zu treten?

Klar, ich bin immer neugierig und will soviel wie möglich ausprobieren. Es wäre natürlich auch prima, wenn Leute aus anderen Teilen der Welt in meiner Sendung anrufen würden. Aus Bayern oder Hessen, zum Beispiel. Das fände ich schon spannend.

Sind Sie eigentlich immer in der Stimmung, in der Sendung witzig zu sein? Was ist, wenn Sie mal einen schlechten Tag haben?

Ich bin oft genug deprimiert und schlecht drauf. Manchmal bekommt man es in den Griff, dann kommt der Adrenalinstoß, und du sagst: Okay, jetzt bist du hier und machst Radio, was interessiert die Leute, wie es dir geht. Aber ich erinnere mich, vor drei Wochen war ich ganz übel drauf. Das ist auch 'ne scheiß Sendung geworden. Da bin ich auch fies gewesen zu den Leuten.

Geht Kuttner dann in sich?

Wenn Leute sagen, na, da warst du aber eklig oder gemein, dann schäme ich mich schon. Weil ich weiß, daß es extrem leicht ist, Leute vorzuführen und lächerlich zu machen. Ich versuche schon, das nicht zu tun.

Was reizt Sie am Fernsehen im Vergleich zum Hörfunk?

Es ist schon klasse, in die Kamera zu gucken und zu wissen, daß Leute zurückgucken. Radio ist viel anonymer, intimer und dunkler. Aber das Radio bleibt mein Standbein. Ich habe auch nicht unbedingt den Ehrgeiz, immer weiter Fernsehen zu machen. Ich sehe schon die Gefahr, daß man ein Zombie wird und zum Schluß dasteht und die Börsenkurse vorliest.

Müssen wir also nicht befürchten, daß Jürgen Kuttner eines Tages eine Promi-Talkshow a la Harald Schmidt moderiert?

Ich könnte mir schon vorstellen, eine Talkshow zu machen. Wie gesagt, ich bin immer neugierig. Es kommt darauf an, wie man das macht. Wenn interessante Gäste kommen, warum nicht? Dem Harald Schmidt sollte man einfach ein bißchen Zeit lassen. Aber ich würde wohl nicht zu SAT 1 gehen. Es sei denn, man hat den Zynismus zu sagen, okay, ich verdiene in zwei Jahren so viel Geld, daß ich danach nichts mehr machen muß. Das ist eine Gesamtrechnung, die man möglicherweise aufstellen kann.

Wer in der neuen Sendung mit Kuttner sprechen will, kann unter der Nummer 44 36 81 10 eine Nachricht hinterlassen.

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